Vorgestellt: "o_die_see" aus Thüringen

Thüringen ist das Gastgeberland und heißt alle 16 Bundesländer willkommen. Mit dem Thema Ankunft beschäftigt sich auch die Thüringer Inszenierung. "o_die_see" vom Osterlandgymnasium Gera. Die Jury findet: "Die Odyssee wird zum Anlass genommen, sich mit Flucht, Vertreibung und dem Thema Heimat auseinanderzusetzen. Dabei gelingt es der Gruppe Anonyme Exzentriker den Sehnsuchtsort Meer mit seinem wechselnden Seegang gerade mit Hilfe sprachlicher Mittel greifbar nahe auf die Bühne zu bringen." Und was sagt die Gruppe?

Euer Stück erzählt die jahrtausendalte Geschichte des Odysseus. Warum ist dieser Stoff für Euch immer noch aktuell und spannend?
Die großen Stoffe der Vergangenheit bieten das wichtige Potenzial der Allgemeingültigkeit. So auch die Odysseus-Sage. Unser Odysseus,  der die Verantwortung für sein Team hat und der keineswegs fehlerfrei ist, begibt sich  auf eine lange Reise. Er trägt die Verantwortung und muss kluge Entscheidungen treffen. Er muss sich unter Umständen auch über Widerstände in seinen Reihen hinwegsetzen, um sein Ziel zu erreichen und um dem Gemeinwohl zu dienen. Das allein ist schon schwierig genug und von hoher aktueller Relevanz.
Davon ausgehend bietet die überlieferte Geschichte die Möglichkeit weiterzudenken. Somit bürden wir unserem  Helden eine weitere Aufgabe auf: Er trifft seine Entscheidung und trägt ihre Konsequenzen in ihrem ganzen Ausmaß. Damit wird er in unseren Augen zu einer höchst moralisch handelnden Vorbildfigur. 

Die SDL stehen dieses Jahr unter dem Motto "Theater.Sprache". Warum braucht Ihr Sprache im Theater? Warum braucht Ihr sie nicht? Welche Sprachen braucht Ihr?
Sprache transportiert wichtige Inhalte. Das gesprochene Wort steht  für uns gleichrangig neben der Sprache der Bilder und der Sprache der Musik. Wir spielen auch gern mit Sprache. Zudem vermag sie,  Räume und Stimmungen zu schaffen, sodass auf körperliches Spiel weitgehend verzichtet werden kann.
Wir brauchen die Sprache der Zauberin Kirke, wie sie in unserer Inszenierung gesprochen wird. Es ist die Sprache der Menschlichkeit, des Respekts, der Verständigung, der Güte. Fast jeder Mensch kennt sie, sie wird nur schnell vergessen, denn sie ist leise und wird heute leider mehr denn je von der Sprache des Hasses übertönt.
Was wir zurzeit nicht brauchen, ist das Schweigen, denn: „Das Schweigen im Angesicht des lauten Hasses ist eine Zustimmung!" (Kübra Gümüşay)


Wie bereitet Ihr euch als Gruppe auf die Woche in Erfurt vor?
Vor allem versuchen wir, tiefenentspannt zu bleiben;) Wir werden natürlich unsere Inszenierung nochmals kritisch unter die Lupe nehmen und wertvolle Tipps umsetzen. Geplant ist auch noch ein Workshop mit der coolsten Schauspielerin überhaupt: Elisa Ueberschär. Merkt euch den Namen!

 

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