Vorgestellt: "Yvonne, die Burgunderprinzessin" aus Rheinland-Pfalz

"Yvonne, die Burgunderprinzessin behandelt ein Thema, dass die Schülerinnen und Schüler interessiert und das aus deren Lebenswirklichkeit kommt. Dabei setzten sie sich mit der Sprache dieser grotesken Tragikomödie auseinander, die sie in eine theatrale Gestaltung umsetzen. Dabei versteht es die Gruppe, das Sprachmaterial kritisch zu hinterfragen. Maske und Kostüm, die Klanggestaltung sowie die individuelle körperliche Ausformung der Figuren fügen sich zu einem Gesamtkonzept, das den eigenen und ambitionierten Zugang der Gruppe erkennen lässt.", schreibt die Jury.  Doch was sagt die Gruppe des Pamina Schulzentrum Herxheim (vertreten durch Johanna Stephan, Y Nhu Nguyen, Hanna-Maria Burg und Annika Richter).

„Yvonne die Burgunderprinzessin“ ist ein Prinz auf der Suche nach einer besonders hässlichen Frau. Warum hat Euch dieses Thema gereizt?
Das Thema bricht mit der Konvention, das Stück ist kein klassisches Märchen, indem sich der Prinz in die schönste aller Mädchen verliebt. Yvonne ist eben anders, als normale Frauen am Hof und trifft deshalb auf Widerstand. Das Stück hat uns interessiert, weil es sich mit dem „Anderssein“ in einer sehr intoleranten Welt auseinandersetzt. Diese Thematik ist sehr zeitlos und eben nicht nur auf ein höfisches Umfeld übertragbar, sondern auch auf unseren Alltag.

Glaubt Ihr, dass man im Theater Mut zur Hässlichkeit braucht?
Auf jeden Fall. Im Theater gibt es nicht nur schöne Figuren. Gerade in Bezug auf unser Stück muss man sich aber auch die Frage stellen, was „Hässlichkeit“ und „Schönheit“ überhaupt sind. Ist Yvonne wirklich hässlich oder wird sie nur vom Hofstaat hässlich gemacht? Ist vielleicht der Hofstaat das hässliche Element im Stück und gar nicht Yvonne? Setzt man sich mit diesen Fragen auseinander, dann fällt auf das „Hässlichkeit“ nicht gleich hässlich ist und „Schönheit“ auch immer hässliche Elemente in sich trägt.

Die SDL stehen dieses Jahr unter dem Motto "Theater.Sprache". Warum braucht Ihr Sprache im Theater? Warum braucht Ihr sie nicht? Welche Sprachen braucht Ihr?
Sprache ist ein wichtiger Ausdrucksträger im Theater und auch bei uns im Stück wird natürlich viel gesprochen. Die Sprache wirkt unterstützend zur Körpersprache und ganz ohne Sprache würde unser Stück vermutlich nicht funktionieren. Dass aber einzelne Figuren ganz ohne Sprache wirken können, zeigt die Yvonne in unserem Stück. Bis auf wenige Sätze schweigt sie und doch versteht sie jeder.

Wie bereitet Ihr euch als Gruppe auf die Woche in Erfurt vor?
Wir haben uns vor Erfurt noch einmal getroffen und einen ganzen Tag geprobt, alles wiederholt und gefestigt. Im Rahmen einer Benefizaufführung spielten wir das Stück noch einmal vor Publikum.

Danke für die Antworten. Wir freuen uns auf euch.

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