MOTTO THEATER. SPRACHE

Im Schultheater gilt der Grundsatz, dass keine Texte aufgrund ihrer formalen Eigenheiten »bühnenuntauglich« sind. Romane, Epen, Gedichte, Comics, Hörspiele, Essays, Interviews, Werbung: Alle Arten von Literatur-, Sach- oder Gebrauchstexten werden von Schultheatergruppen realisiert bzw. anverwandelt, ohne im üblichen Sinn dramatisiert zu sein.
Trotz dieser dramaturgischen Freiheit ist seit Längerem zu beobachten, dass die Verwendung von Texten bzw. von Sprache in Spielprojekten zugunsten von körper-, bilder- und bewegungsbetonten Gestaltungsformen rückläufig ist. Der schriftlich fixierte Text hat seine herausgehobene Rolle im Gefüge der theatralen Mittel verloren.
Diese Entwicklung der Sprache im Verhältnis zu anderen theatralen Zeichensystemen stellt das Schultheater vor neue Herausforderungen. Die menschliche Stimme, die Sprache, das öffentliche Sprechen müssen neu untersucht werden. Der Stellenwert des sprachlichen Ausdrucks auf der Schulbühne als Funktion von Handlung/Situation steht entsprechend zur Diskussion. Welche konzeptionellen und methodischen Lösungen finden Schultheatergruppen heutzutage im Umgang mit Text/Sprache/Sprechen?